Neues aus Beijing 2006-2007

Samstag, Mai 12, 2007

Auf den Spuren der deutschen Imperialisten (1)

Letzte Woche hat es mich für einige sehr interessante Gespräche im Rahmen meiner Diss nach Qingdao verschlagen. Dabei blieb auch noch etwas Zeit, für eine Besichtigungstour durch die Stadt und einen schönen Strandspaziergang, bei dem ich mir einen bösen Sonnenbrand geholt habe - Ein typischer Fall von Meeresbrise und "ist ja gar nicht so warm"...Qingdao, oder Tsingtao wie es in der Wade-Giles-Umschrift geschrieben wird - so steht es auch auf den Flaschen der berühmtesten chinesischen Biersorte - war einmal Deutschland, bzw. eine Kolonie der Deutschen und Kaiser Wilhelm Anfng des 20. Jahrhunderts. Und die Deutschen haben dort ihre Spuren hinterlassen. In einem Comic von Walter Moers heisst es in etwa
Moers heisst in etwa, wenn die Deutschen einmla da sind, wird man sie nicht mehr so schnell los. Und so gibt es in Qingdao auch heute noch einige Fleckchen, an denen man denkt, man sei in Deutschland gelandet... wäre da nicht das vertraute Darmtraktsäuberungs-
geräusch im Hintergrund, das einen bestetig der Realität im Reich der Mitte erinnert... ;-)
Qingdao ist im Vergleich zu Peking ein kleines Paradies: Die Luft ist klar und sauber, der Verkehr hält sich in Grenzen, es ist für chinesische Ver- hältnisse wirklich sehr sauber (Nachwirkungen der Deutschen?), es gibt wunderschöne kleine Häuschen und Villen, die Hochhausbebauung hält sich sehr in Grenzen, und es liegt direkt am Meer mit ein paar sehr schönen Sandstränden! Zum Schwimmen war es aber noch zu kalt.

Ein Muss für europäische Touris in Qingdao, gerade für Bundesrepublikaner, ist die Besichtigung des alten deutschen Gouverneurspalasts - der Erbauer konnte diese luxuriöse Behausung leider nicht lange genießen. Auf Grund der exorbitanten Kosten wurde er kurz nach Feritgstellung vom Kaiser des Amtes enthoben. Hier mitten in China wirkt ein solch europäisches Gebäude einfach sehr exotisch und vermittelt im gewissen Sinne auch ein heimeliges Gefühl.










Links: Eingangshalle; Rechts: Der Goldene Saal










Links: Da kommen nostalgische Gefühle auf... ein Plattenspieler!
Rechts: Qualität "made in germany", noch dazu in Stuttgart, schon damals...;-)













Links: Die Holzschiffsammlung des Gouverneurs (leider schlecht zu erkennen)
Rechts: Eigens aus Deutschland importierter Flügel













Links: Bei europäischen Imperialisten darf natürlich das Christentum nicht fehlen. Schließlich ist "Religion Opium für das Volk", gerade für das zu kolonisierende...
Rechts: Auch das patriarchalische Gruppenbild der Gouverneuersfamilie darf nicht fehlen.