Neues aus Beijing 2006-2007

Freitag, Oktober 06, 2006

International Students' Dormitory (2)

Last year a couple of foreign students founded the Foreign Students' Association, in order to get in touch with other foreign students and most importantly help newcomers to get settled at Tsinghua University.
With the support of the Foreign Students' Office they organised for the second time a welcome party for new students on Sept 22nd, which took place in the building where the office is situated, too. At first we were not sure, if an official "party" would be such a great fun, but it was after all (no guards around ;-) ), as you can judge yourself by the pictures below... During this party I became a moon cake addict, even though Jinxin had warned me that no one eats them here but only buys them as present for relatives and friends. There are some nice ones, though, filled with red bean curd. The problem occurs only when they are filled with meat, since the dough always tastes sweet...
Party deadline was 12 p.m. once more. This time, however, we just changed place, which led me to a very nice discovery: Close to the Campus there is an "International Beergarden", where you get freshly draught beer fo only 4 Yuan (!!!), killing, isn't it?
If there weren't so many drunk Asians around (many Asians are a little bit sensitive in regard to alcohol), one could really think it was somewhere in Bavaria ... I do not know yet if I like this impression or not. I guess I have to go there a few more times in order to make up my mind :-).




















Franco-Japanese cooperation for organisation -
here: award ceremony for the tombola.



















More Germans...and German gallantry













Waiting to leave for the Beergarden










Making friends.... and to the right the entrance to the Beergarden!

Unterrichtseindrücke (1)

Neben all den "Freizeitimpressionen" sollte natürlich nicht der Eindruck entstehen, dass ich hier gar nichts zu tun habe ;-).
Im Gegenteil - in den zwei Wochen seit Unterrichtsbeginn war schon Einiges los. Neben weiteren Recherchen für meine Diss besuche ich auch ein paar Kurse an der "School of Economics and Management". Glücklicherweise hatte ich schnell festgestellt, dass ich durchaus in Graduiertenkurse komme und lediglich die Anzahl der so genannten Credit Points, die ich maximal sammeln kann, auf 20 begrenzt ist. Das ist jedoch gar kein Problem, da ich schon 8-10 Kurse besuchen müsste, um diese voll zu bekommen. Dies wäre definitiv zu viel. Daher habe ich mich auf 5 Kurse beschränkt, von denen 2,5 sehr eng mit meinem Dissertationsthema zusammenhängen.
Einer davon geht allerdings erst Mitte Oktober, der andere Mitte November los, dafür dann aber jede Woche vierstündig...
In der ersten Woche hatte ich leider dieses System aber noch nicht ganz verstanden - im Vorlesungsverzeichnis sind die Wochen des Semesters, in denen ein Kurs stattfindet mit einer 1 versehen, die anderen mit einer 0. Daher stand ich prompt mittwochs um 8 Uhr im richtigen Vorlesungssaal, nur leider fand dort der falsche Kurs statt. Ein netter Mitstudent erklärte mir eifrig, dass ich wahrscheinlich die falsche Raumnummer notiert hätte. Da war guter Rat zunächst teuer - jedoch fand ich einen, o Wunder, sehr hilfreichen Uniangestellten, der das Sekretariat per Wandtelefon anrief und sich nach dem Kurs erkundigte. Da stellte sich heraus, dass dieser erst ab der 8. Woche stattfinden würde! Damit erklärte sich auch die Tabellenspalte meines automatisch erstellten Stundeplans, die mit vielen Nullen und Einsern versehen war... ;-). So konnte ich mich zunächst über einne freien Vormittag freuen.
Sehr nett war auch die erste Sitzung von "Internationale Wirtschaftswissenschaften": Der Dozent kam erst mal ganz schüchtern auf mich zu und fragte vorsichtig, ob ich den der chinesischen Sprache mächtig sei. Als ich dies nachdrücklich bejahte, begann er sichtlich erleichtert mit seinem Curriculum... jedoch war ich nicht der einzige Ausländer im Kurs: Ein Schwede, Carl, der ebenfalls als General Scholar hier eingeschrieben ist, hatte sich auch dort hin verirrt. Jing, die mit mir diesen Kurs besuchte und zwar in China geboren ist, aber jetzt in Schweden lebt, war darüber auch sehr erfreut. In den Pausen haben wir dann immer jemanden für "westliche" Schwätzchen (auf Chinesisch als lingua franca, versteht sich). Beide haben auch wie ich einen Kurs bei einem schwedischen Gastprofessor belegt, der auf Englisch stattfindet. Da die chinesischen Kurse eben Frontalunterricht der schlimmsten Art sind, ist eine Prise westlicher Diskussionskultur wirklich ungemein erholsam, das muss man leider so krass sagen.
Sehr aufschlussreich war übrigens die erste Sitzung des Kurses zum Verhalten von Konsumenten, der wie sich herausstellte, quasi ein Marktforschungskurs ist: Der Dozent eröffnete zunächst, dass China früher ja gar nicht so konsumeristisch und materialistisch eingestellt gewesen sei. Doch nun, da es den Einfluss vom Westen (Blick auf mich) abbekommen habe, müse man sich eben mit solchen Dingen beschäftigen. Ansonsten ist der Dozent aber erstaunlich humorvoll (für einen chinesischen Lehrer), und der Kursinhalt erinnert mich netterweise sehr an mein GIM-Praktikum, Marktforschung auf Chinesisch, sozusagen. die Methoden scheinen aber doch sehr westlich angehaucht zu sein: Die PPT-Präsentation ist auf Englisch (leider :-( ), blöderweise versteht der Dozent sie selbst nicht immer. Gut, dass in diesem Kurs zwei Westler sitzen (Carl und ich), die bei Übersetzungen ins Chinesische behilflich sien können, wenn Not am Manne ist ;-).
Da man die ersten zwei Wochen noch umsonst Kurse wechseln kann - danach werden 50 Yuan Schutzgebühr o.ä. fällig - ging es noch dementsprechend locker zu. Dann kommt ja schon die erste "Goldene Woche" anlässlich des Nationalfeiertags (Gründung der VR China am 01. Oktober 1949), der quasi eine "Feierwoche" ist. Die zweite "Goldene Woche" findet um - wie könnte es anders sein - den Tag der Arbeit am 01. Mai statt. Reisen in China sollte man sich zu diesen Zeiten ebenso wie während des chinesischen Frühlingsfestes sehr gut überlegen - dagegen wäre Ferienende oder -anfang in allen deutschen Bundesländern gleichzeitig gar nichts!
Insgesamt kann man also sagen, dass der Betrieb so richtig erst um den 10. Oktober losgeht.
Praktischerweise gibt es auch gleich eine ganze Vorlesungsreihe zur Nutzung der Bibliothek und deren Ressourcen. In der ersten Sitzung saßen dann ich und 400 Chinesen (Graduates) in einem vollkommen überfüllten Raum, tja man fällt als Westler hier im normalen Unibetrieb eben SEHR auf. Aber die Veranstaltung war trotz der zweifelnden Blicke aus dem Umfeld, ob ich denn da richtig sei, sehr gut. Die Qinghua-Bibliothek ist wohl die größte UB in China und verfügt auch über westliche Datenbanken wie z. B. JStor, was natürlich sehr praktisch ist.
Später gibt es auch noch eine Sitzung speziell zu wirtschaftswisenschaftlichen Ressourcen. Das werde ich mir auf jeden Fall auch anhören.
Abschließend sei noch eine interessante Anmerkung zu den Anfängerkursen für Sprachstudenten gemacht: Tatsächlich finden diese komplett auf Chinesisch statt, was zwar nicht schlecht aber ungewöhnlich ist, da man die grammatikalischen Erklärungen so nicht versteht. Das i-Tüpfelchen ist aber, dass die Lehrer wohl größtenteils auch gar kein Englisch (!) können.
Bei schwer erklärbaren neuen Vokabeln bleibt daher nur der Rückgriff auf pantomimische Vorführungen... mit Händen und Füssen eben. Laut meiner Mitbewohnerin soll es aber auch Studenten geben, die weder Englisch noch Chinesisch beherrschen und der festen Meinung sind, der Unterricht hier würde komplett auf Russisch stattfinden. Ob sie sich da nicht im Zeitalter etwas vertan haben?

Campuseindrücke (1)

Am Montag vor einer Woche bin ich endlich mal dazu gekommen, eine ausgiebigere Campustour zu machen und die Umgebung hier mit der Kamera einzufangen. Allerdings fehlt immer noch ein Teil des Campus, weil dieser so riesig ist. Es gibt hier nämlich eine kleine Gartenanlage mit Wasserfall, kleinen Brücke, Pagoden, etc. – Chinesische Gartenbaukunst eben. Das muss ich mir natürlich bei Gelegenheit noch ansehen.

Zunächst gibt es ein paar profanere Eindrücke vom Campusleben …










Links: Blick auf die Zijing-Wohnheim; rechts: Copyshop










Links: Kleine Parkanlage; rechts: einsamer Reisigbesen










Links: Zeitungskiosk; rechts: eine der Nord-Süd-Achse











Links: Werbung für Olympia; rechts: Veranstaltungsankündigungen










Links: Strassenreinigung; rechts: sie ewigen Fahrräder...










Links und rechts: unterwegs auf dem Campus mit selbigen










Links: die gehisste Fahne nahe des Haupttors;
Rechts: das Prunkgebäude der Hauptverwaltung


"Mein" Institut:























Links: Wasserlieferung
Rechts: Prunkallee vom Haupttor zum Hauptgebäude










Links: Haupteingang zur Campus. Gleich dahinter kommt
die Prunkallee
Rechts: Schriftzug "Tsinghua Universität" am Haupttor