Interkulturelle Unterschiede (2)
Leider haben die Chinesen neben McDonald's und KFC auch noch andere Essgewohnheiten aus den USA übernommen und mit chinesischem Flair versehen... ein Beispiel dafür ist die Tatsache, dass man überall süße weiche Brötchen mit Hackfleisch bekommt oder das, was man in manchen Gegenden Deutschlands als Eierweck oder Einback bezeichnen würde, mit Speck, Mayonaise und Ketchup versehen, nicht zu vergessen das kleine knallrosafarbene Würstchen in der Mitte, brrh.
Was für mich persönlich sehr schade ist, ist die Tatsache, dass es hier fast keine normalen Milchprodukte gibt. Schließlich bin ich schon ein ausgemachter Naturjoghurt-mit-Obst- und Quark-Fan. In China jedoch gibt es erstens keinen Quark, und zweitens sind alle Milchprodukte bis zum Anschlag mit Zucker versetzt, sogar Naturjoghurt und Milch. Das höchste der Gefühle wäre eine Joghurtsorte, die statt Zucker Süßstoff enthält, haha. Daher habe ich Milchprodukte schweren Herzenes erst mal vom Speiseplan gestrichen.
Originär gibt es auf dem chinesischen Speiseplan ja auch keine Milchprodukte. Vielleicht ist die Überzuckerung eine Marketingstrategie, um sie überhaupt absetzen zu können?
Interkulturelle Unterschiede lassen sich übrigens auch bei so banalen Dingen wie Klopapier und Taschentüchern finden. Vor ein paar Wochen hatten wir eine kleine Taschentücher-Diskussion unter Deutschen, Japanern und Schweden. Auf kam diese, weil wir uns über die chinesischen Taschentücher geärgert hatten: Mit wenig Anstrengung kann man diese nämlich beim Naseputzen in der Mitte durchblasen und ihre Saugfähigkeit ist quasi nicht vorhanden. Als Jinxin und ich ein Lied auf unsere 4lagigen deutschen Taschentücher sangen (und die Schwedin übereinstimmte), warf eine Japanerin ganz verwundert ein, dass die chinesischen Taschentücher doch mit ihren zwei Lagen schon so dick wären und konnte gar nicht glauben, dass Deutsche so etwas Verschwenderisches herstellten wie 4lagige Taschentücher. Es stellte sich heraus, dass Taschentücher in Japan in der Regel eine Lage haben!
Als wir ihr als Beweis ein deutsches Taschentuch gaben (Jinxin hatte wohlweislich einen großen Vorrat mitgebracht), teilte sie dieses auch prompt in seine einzelne Schichten, die sie schön nach einander benutzte...
Mit dem Klopapier ist es übrigens dasselbe. Außerdem ist es hier wirklich ein Luxugut: Auf den Toiletten gibt es in der Regel nirgendwo welches, egal ob an der Uni oder im Restaurant genauso wenig wie Seife. Deshalb empfiehlt es sich, immer einen kleinen Vorrat an Taschentüchern mit sich herumzutragen. Klopapier ist hier übrigens auch sehr teuer, gerade im Verlgeich zu anderen Gebrauchsgegenständen. Man bekommt in der Regel einzelne Rollen (kauft man eine Packung wird auch nach Anzahl der Rollen abgerechnet) für 15-20 Cent, also einen 10er-Pack für 15-20 Yuan (1,50-2 Euro). Eine Riesenpackung Taschentücher kostet dagegen 3-5 Yuan (0,30-0,50 Euro). Das ist schon ein ganz schöner Unterschied. Etwas billiger wird es, wenn man das typisch chinesische Klopapier ohne Papprolle kauft...



