Auf den Spuren der deutschen Imperialisten (2)
Entlang der Uferpromenade in Qingdao gibt es ein Villenviertel im deutschen Stil, das zum Teil wirklich an den Heidelberger Stadtteil Neuenheim Richtung Philosophenweg erinnert. Jedoch wurde dieses gar nicht vo Deutschen sondern von russischen und japanischen Kaufleuten erbaut. Diese konnten dem deutschen (Jugend-?) Stil wohl einiges abgewinnen und ließen dafür auch nicht lumpen. Tatsächlich fühlt man sich bei einem Spaziergang durch das Viertel, als ob man spontan einen Ausflug ins ferne Deutschland unternähme, so sehr ähnelt sich die beschauliche Atmosphäre, gerade im Vergleich zum hektischen chinesischen Großstadtleben. Aufgeschreckt wird man natürlich immer wieder durch die gutturalen Geräusche und "laowai" Rufe der Anwohner...;-)
Jedem Kaiser seine Promenade - So auch in Qingdao. Die Hauptverkehrsstrasse hiess zu Kolonialzeiten Kaiser-Wilhelm-Allee. Heute trägt sie den Namen Zhongshan Strasse und ehrt damit den Republikmitbegründer Sun Yatsen (Sun Zhongshan). Auch hier lassen sich viele europäische Elemente in Architektur und Bauweise entdecken. Angenehmerweise fehlen die Wolkenkratzer, die sonst so charakteristisch für das Innenleben einer chinesischen Großstadt sind.
Komplett verzichtet hat Qingdao auf diese Statussymbole natürlich nicht: Das Businessviertel etwas außerhalb ist entsprechend damit verziert worden. Und die Strandpromenade mit der Skyline hat doch auch was!
